
"Trends in International Mathematics and Science Study", kurz TIMSS genannt, ist eine international vergleichende Schulleistungsuntersuchung, die von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) alle vier Jahre durchgeführt wird. TIMSS bietet die Möglichkeit, die Leistungen von Schülerinnen und Schülern in Mathematik und Naturwissenschaften am Ende der Grundschule, in der Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II im internationalen Vergleich zu testen.
Deutschland beteiligte sich erstmals 1995 an TIMSS. Dabei wurden die Leistungen von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe getestet. Mittlerweile werden in Deutschland bei TIMSS ausschließlich die Grundschüler getestet. Die Leistungen von Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe werden seit dem Jahr 2000 durch PISA erfasst.
Ziel von TIMSS ist es vor allem, Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Lehrplänen und Unterrichtsmethoden zu gewinnen.
Mit TIMSS 2007 wurden in Deutschland erstmalig Leistungen von Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse in der Grundschule in Mathematik und den Naturwissenschaften im internationalen Vergleich erhoben. Die Stichprobe umfasste bundesweit 246 Schulen und 5.200 Viertklässler. International nahmen an der Grundschuluntersuchung von TIMSS 2007 36 Staaten und 7 Regionen teil.
In Deutschland wurde TIMMS 2007 vom Institut für Schulentwicklungsforschung an der Technischen Universität Dortmund (IFS) unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wilfried Bos durchgeführt. Die TIMMS-Projektgruppe wurde durch ein nationales Konsortium unterstützt. In Mathematik wurden Schülerleistungen in Arithmetik, Geometrie/Messen und Daten ermittelt. In den Naturwissenschaften wurden Kenntnisse in Biologie, Physik und Geographie erhoben, die in der Grundschule im Sachunterricht vermittelt werden. Neben der Erhebung der Schülerleistungen in diesen Fächern wurden die Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte und Schulleitungen zu den Lernbedingungen in Mathematik und den Naturwissenschaften befragt, um den Einfluss der schulischen und häuslichen Umgebung auf die Schülerleistungen zu erfassen.
Die Ergebnisse von TIMSS 2007 wurden am 9. Dezember 2008 veröffentlicht. Demnach liegen die Leistungen der Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutschland in Mathematik und den Naturwissenschaften im internationalen Vergleich im oberen Leistungsdrittel. In Mathematik erreichen die Schülerinnen und Schüler bessere Leistungen als der Durchschnitt der teilnehmenden EU- und OECD-Staaten. In den Naturwissenschaften sind ihre Leistungen mit diesen vergleichbar. Allerdings besteht ein großer Abstand zu den Staaten in der Spitzengruppe.
Die Leistungsstreuung - d. h. die Spanne zwischen leistungsstarken und -schwachen Schülern - ist vergleichsweise gering. Die Grundschulkinder haben zudem eine ausgesprochen positive Einstellung zur Mathematik und den Naturwissenschaften. Im internationalen Vergleich ist der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland sehr hoch. Kinder mit Migrationshintergrund schneiden vergleichsweise schlechter ab. Darüber hinaus haben Jungen gegenüber den Mädchen einen im internationalen Vergleich großen Leistungsvorsprung in Mathematik und in den Naturwissenschaften.
Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse ist hier abrufbar.
Der Bericht "TIMSS 2007 - Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich", hrsg. von Wilfried Bos u.a., kann zum Preis von 19,90 EUR im Buchhandel erworben werden.
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.ifs-dortmund.de/)
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
International Association for the Evaluation of Educational Achievement (URL: http://www.iea.nl/)