
IGLU ("Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung"), international PIRLS ("Progress in International Reading Literacy Study") genannt, ist eine international vergleichende Schulleistungsuntersuchung, die von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) alle fünf Jahre durchgeführt wird. IGLU erfasst die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern am Ende der Grundschulzeit. Der Fokus richtet sich dabei nicht nur auf die Schülerleistungen, sondern auch auf deren schulische und häusliche Bedingungsfaktoren. Deutschland beteiligt sich an IGLU seit der ersten Studie im Jahr 2001.
Wie schon IGLU 2001 erfasste auch IGLU 2006 die Lesekompetenz von Grundschülerinnen und Grundschülern der vierten Jahrgangsstufe. Die für den internationalen Vergleich erforderliche repräsentative Stichprobe von ca. 150 Grundschulen wurde auf 405 Schulen aufgestockt, um zusätzlich einen Vergleich zwischen den einzelnen Bundesländern zu ermöglichen. International nahmen 45 Staaten und Regionen an IGLU 2006 teil.
In Deutschland wurde IGLU 2006 vom Institut für Schulentwicklungsforschung an der Technischen Universität Dortmund (IFS) unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wilfried Bos durchgeführt. Die IGLU-Projektgruppe wurde durch ein nationales Konsortium unterstützt.
Die Testaufgaben berücksichtigten dabei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade des Textverstehens sowie zwei Textsorten, die Kinder in diesem Alter üblicherweise lesen: literarische Texte wie zum Beispiel Kurzgeschichten und informierende Texte wie zum Beispiel altersgerechte Lexikonartikel oder Faltblätter. Mit Hilfe von Fragebögen wurde zudem auch erfasst, wie gerne und wie häufig Kinder lesen.
Die Ergebnisse von IGLU 2006 wurden am 28. November 2007 veröffentlicht. Danach liegt Deutschland bei der Lesekompetenz mit 548 Punkten im oberen Viertel der Teilnehmerstaaten. In keinem der teilnehmenden Mitgliedsländer der Europäischen Union schneiden die Viertklässler besser ab. Deutschland gehört außerdem zu den elf IGLU-Teilnehmerstaaten, bei denen 2006 signifikant bessere Leseleistungen erzielt wurden als 2001. Den Grundschulen gelingt es dabei, die Leistungsstreuung, d. h. die Spanne zwischen leistungsstarken und -schwachen Schülern, vergleichsweise gering zu halten. Im internationalen Vergleich ist der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler allerdings sehr hoch und Kinder mit Migrationshintergrund schneiden vergleichsweise schlechter ab.
Weitere Informationen und eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse finden Sie auf der Homepage des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund.
Der Bericht "Iglu 2006 - Lesekompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich" kann zum Preis von 19,90 € im Buchhandel erworben werden.
Die Ergebnisse des Bundesländervergleichs im Rahmen der nationalen Erweiterungsuntersuchung IGLU-E 2006 wurden am 9. Dezember 2008 vorgestellt. Informationen hierzu können ebenfalls auf der Homepage des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IfS) an der Technischen Universität Dortmund abgerufen werden.
Deutschland wird sich auch an der IGLU-Studie 2011 beteiligen. Da IGLU und TIMSS ("Trends in International Mathematics and Science Study") 2011 ausnahmsweise im selben Jahr stattfinden, werden beide Studien parallel durchgeführt und die Ergebnisse Ende 2012 gemeinsam berichtet. Neben den Schülerkompetenzen sollen Bedingungsfaktoren des schulischen Lernens wie Curriculumgestaltung, Schulorganisation, Lehrpersonal, Unterrichtsmerkmale und soziale Faktoren erhoben werden. Die parallele Durchführung wird erstmalig Informationen über Schülerkompetenzen am Ende der Grundschulzeit in zentralen Fächern zum selben Zeitpunkt und mit derselben Schülerkohorte ermöglichen.
IGLU und TIMSS 2011 werden in Deutschland vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Wilfried Bos wissenschaftlich verantwortet. Die IGLU-Projektgruppe wird erneut durch ein nationales Konsortium unterstützt. Mitglieder sind neben Prof. Dr. Wilfried Bos:
IGLU 2011 ermöglicht keinen Vergleich der Bundesländer mehr. Stattdessen haben die Bundesländer eine nationale Überprüfung der Bildungsstandards beschlossen. Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB).
[PDF - 227,2 kB]
Lesekompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich - Zusammenfassung - (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/IGLU_zusammenfassung.pdf)
[Presse]
Pressemitteilung von BMBF und KMK (URL: http://www.bmbf.de/press/2187.php)
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(URL: http://www.iglu.ifs-dortmund.de/aktuelles.html)